Nutrias im Havelland – Südamerikaner auf märkischem Boden
Sie sehen aus wie eine Mischung aus Biber und Ratte, sind aber etwas ganz Eigenes: Nutrias. Ursprünglich stammen diese großen Nagetiere aus Südamerika – doch heute sind sie fester Bestandteil vieler Gewässer in Deutschland. Auch im Havelland haben sie längst ein Zuhause gefunden.
Warum leben Nutrias im Havelland?
Nutrias wurden im 19. Jahrhundert nach Europa gebracht – für die Pelztierzucht. Einige Tiere entkamen oder wurden später freigelassen. In Brandenburg, besonders im wasserreichen Havelland, fanden sie ideale Bedingungen: zahlreiche Flüsse, Gräben, Teiche und weiche Ufer.
Die milderen Winter der letzten Jahrzehnte haben zusätzlich dazu beigetragen, dass sich die Tiere dauerhaft ansiedeln konnten. Heute trifft man sie oft an ruhigeren Gewässerrändern, wo sie im Halbschatten fressen, graben oder dösen.
Ein umstrittener Gast
So niedlich Nutrias wirken – mit ihren runden Körpern, den orangefarbenen Zähnen und dem wackelnden Gang –, sie haben auch ökologische Nebenwirkungen: Ihre Gänge untergraben Dämme und Uferbefestigungen, ihr Fraß kann Uferpflanzen stark reduzieren. Deshalb gelten sie vielerorts als invasive Art.
Trotzdem sind sie zu einem festen – und für viele Menschen charmanten – Teil der Tierwelt im Havelland geworden.