„Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land, doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand …“
So tönte es am vergangenen Sonntag aus der Päwesiner Dorfkirche. Gemeinsam fanden sich am Nachmittag mehr als 95 Besucherinnen und Besucher zum traditionellen Erntedankgottesdienst ein. Ein reich geschmückter Altarraum empfing die Gemeinde, liebevoll dekoriert von den Händen vieler Ehrenamtlicher. Kürbisse, Äpfel, Rote Bete und Kastanien – vielfältig und beeindruckend zeigten die reichen Schätze der Natur, warum wir Erntedank feiern.
„Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“ So heißt es im Bibeltext aus Jesaja 58. Pfarrer Stefan Hartmann führt anhand dieses Sehnsuchtsbildes durch den Gottesdienst und zeigt zugleich die Eindringlichkeit seiner wörtlichen Bedeutung auf. Klimawandel und menschliches Handeln zehren an der Natur. Aber auch der innere Garten leidet. Sorgen, Individualismus und Konflikte prägen unsere gesellschaftliche Entwicklung und lassen Nächstenliebe, Verständnis und Akzeptanz in den Hintergrund rücken.
Der Bibeltext macht zugleich deutlich: Erntedank feiert nicht allein die Fülle der Früchte, sondern stellt auch die Frage nach der sozialen Verantwortung, die wir füreinander tragen. Echter Dank zeigt sich darin, dass wir das Geerntete und das Leben mit den Bedürftigen teilen. So wurden im Gottesdienst, begleitet von der feierlichen Musik von Claudia Minuth, Trauben und Brot miteinander geteilt.
Die Gottesdienstgemeinde erfreute sich anschließend an leckerem Kuchen, Kaffee und selbst gekochter Suppe in der Nachmittagssonne im Päwesiner Pfarrgarten. Ein wunderbarer Herbsttag fand so einen schönen und geselligen Ausklang.
Ganz im Sinne des Teilens besuchten am folgenden Tag, in alljährlicher Tradition, die Kinder der Päwesiner KITA gemeinsam mit Pfarrer Hartmann die Kirche und bestaunten den reich geschmückten Altarraum. Sie suchten sich allerlei Erntedankgaben aus, um anschließend daraus eine Herbstsuppe zuzubereiten.